
Anzahl der Opfer:
mindestens 31
Zeit:
~1914 - 1924
Biografisches:
Karl Denke erblickte im Jahr 1866 im polnischen Oberkunzendorf
(heute Ziêbice) als Sohn eines wohlhabenden Bauern das Licht der Welt.
Als junger Mann siedelte Denke dann in die Kreisstadt Münsterberg, die mit ihrer
gut florierenden Gemüsekonserven-Fabrik sichere Arbeitsplätze, Lohn und Brot
bot.
Münsterberg wurde zur Heimat Karl Denkes. Er lebte hier, von Nachbarn und Freunden
als immer freundlich und hilfsbereit geschätzt. Er galt als Wohltäter und wurde
von den Münsterbergern aufgrund seiner Frömmigkeit "Papa Denke" genannt.
Details der Morde:
Am 21. Dezember 1924 wurde Denke von dem Obdachlosen Vienzens
Olivier beschuldigt er wollte ihn mit einer Spitzhacke erschlagen. Denke erklärte
aber, der Vagabund habe versucht ihn zu bestehlen und er habe sich lediglich
zur Wehr gesetzt.
Obwohl Olivier seine Unschuld beteuerte und auf die stark blutende Kopfverletzung
hinwies, die ihm mit der Spitzhacke zugeführt wurde, glaubte ihm die Polizei
kein Wort und Olivier wurde angeklagt. Vor Gericht schilderte er was bei Denke
geschehen war: Der Alte habe ihn freundlich empfangen, ihm einen Schlafplatz
angeboten und eine gewaltige Portion Fleisch serviert.
Nach dem Essen sollte er für Denke einen Brief schreiben, den er diktierte.
Als er sich beim Schreiben zu ihm umdrehte habe er gerade noch mitbekommen,
wie die Hacke nach seinem Kopf schlug. Er habe sich noch weggeduckt, aber dennoch
einen heftigen Schlag mitbekommen. Dann sei er aufgespungen und aus der Küche
geflohen.
Der Richter beschloss Denke in Gewahrsam zu nehmen.
Bei der Durchsuchung seiner Wohnung entdeckten die Polizisten einen Holzbottich
mit gepökelten Fleischstücken aus Brust, Bauch und Gesäßregion verschiedener
Männer. In anderen Töpfen befand sich frisch gekochtes Menschenfleisch. Darüber
hinaus fand die Polizei ausgekochte Knochen und 350 Zähne menschlicher Herkunft.
Von zwölf Toten fanden sich sogar noch Ausweispapiere. Dabei hatte Karl Denke
penibel Buch geführt, das 'Lebendgewicht' der 31 ermordeten Männern und Frauen
notiert, deren Namen, Alter und das Todesdatum. Aus den Aufzeichnungen ging
hervor, dass Denke sich seit Jahren fast ausschließlich von Menschenfleisch
ernährt hatte. Aus der Haut einiger Opfer hatte er Schnürsenkel und Hosenträger
gefertigt.
Das Ende:
Zu
einer Aussage Denkes ist es nie gekommen. Als man ihn nach den entsetzlichen
Funden am 22. Dezember verhören wollte, fand man ihn tot in seiner Zelle vor.
Denke hatte sich mit einem Taschentuch am Zellenfenster erhängt.
Motiv:
Der Kriminologe Professor Richard Herbartz suchte nach Gründen,
wie der geistig zurückgebliebene Denke zum Menschenfresser geworden ist. Er
ging davon aus, dass er ein perverser Pyschopath mit regressiven Zwangsvorstellungen
gewesen sei, die ihn auf eine frühe Entwicklungsstufe der Menschheit, den Kannibalismus,
zurückgeführt hätten.
Moderne Sexualforscher wie Ernest Bornemann bezeichnen Lustmörder vom Schlage
eines Denke als Prototyp des Zerstücklers. Der fetischistische Charakter seiner
Morde zeigte sich insbesondere an der Eigenheit, dass Denke die Körperteile
seiner Opfer immer wieder wog, die Gewichte notierte und aus Hautstücken Hosenträger
und Schnürsenkel anfertigte.