Anzahl der Opfer:

14

Zeit:

~1955 - 1978

Biografisches:

Joachim Georg Kroll ist ein Flüchtlingskind. Im Frühling 1933 in Nordschlesien geboren. Zeit seines Lebens bleibt er quasi Analphabet, in seiner Heimat ging er nur fünf Jahre zur Schule, anschließend mußte er sich als Knecht auf den Höfen verdingen. Kroll gab zu Protokoll, die ersten sexuellen Regungen gespürt zu haben, als er bei einem Schlachter lernte, wie man Kühe und Schweine tötet. Er verging sich auch an den Tieren in den Stallungen der Bauern. Sein nach der Verhaftung gutachterlich festgestellter Intelligenzquotient von 76 liegt an der Grenze zur Schwachsinnigkeit. Kroll wuchs vaterlos auf, sein Vater wurde an die Ostfront befohlen und blieb nach dem Krieg in Gefangenschaft. Kroll gibt an, schon damals als dumm und zurückgeblieben gehänselt worden zu sein. Mit seiner Mutter und sechs seiner Schwestern machte sich Kroll nach dem Krieg in den Westen auf. Dort lebten sie die nächsten zehn Jahre in zwei Zimmern. Seine Mutter gilt als seine einzige Bezugsperson. Kroll gibt an, nach dem Tod seiner Mutter im Januar 1955 jegliche Hemmung, Menschen zu töten, verloren zu haben. Zweieinhalb Wochen später begeht er seinen ersten Mord. In einer Scheune vergewaltigt und ersticht er die 19jährige Irmgard Strehl.

Details der Morde:

Verstopfte Toilettenrohre und Fleischstücke in der Mülltonne verrieten den Toilettenwart Joachim Kroll am 2. Juli 1976. Kroll versuchte sich herauszureden, indem er behauptete ein Kaninchen geschlachtet zu haben. Doch zur gleichen Zeit wurde die vierjährige Marion Ketter in unmittelbarer Nähe seiner Wohnung entführt, weshalb die Polizei kurze Zeit später in seiner Wohnung stand. Kroll öffnete die Tür und deutete auf den Kühlschrank, in dem ein Topf mit dem abgetrennten Kopf der vermissten Marion Ketter stand. "Ich hab davon probiert, aber es hat mir nicht geschmeckt", sagte er und gestand, das Mädchen ermordet und die Fleischteile gekocht zu haben. In der Kühltruhe fanden die Beamten Stücke von gefrorenem Menschenfleisch, abgepackt in Plastiktüten. Und in einem Kochtopf auf dem Ofen befand sich eine Brühe von Möhren und Kartoffeln sowie eine kleine Menschenhand (vermutlich von der Ermordeten). Die Eingeweide des Kindes hatte Kroll in die Toilette geworfen. Bei seinem Geständnis berichtete der "Menschenfresser von Duisburg" von seinen insgesamt 14 Morden und räumte ein, dass er Schenkel und Gesäßbacken der Opfer gegessen hatte.

Das Ende:

Freitag, 5. Oktober 1979. Neun Uhr. Die Justizwachmeister führen Joachim Kroll in den Saal 201 des Duisburger Landgerichts. Er hat die Jacke seines beigefarbenen Sakkos ins Gesicht gezogen. Sieben Minuten lang muß der regungslos auf der Anklagebank sitzende Angeklagte ein Blitzlichtgewitter über sich ergehen lassen. Erst dann wird die vorläufig auf fünf Monate angesetzte Verhandlung eröffnet. Ein versuchter und acht vollendete Morde werden Kroll zur Last gelegt. Nach 142 Verhandlungstagen wird dann zweieinhalb Jahre später das Urteil gesprochen. Neunmal lebenslänglich lautet es. Am 1. Juli 1991 starb Kroll im Alter von 62 Jahren in seiner Zelle.

Motiv:

Kroll's krankhaftes Sexualverhalten begann, als er von einem Schlachter lernte, wie man Schweine und Rinder tötet und zerlegt. Die war für den Duisburger eine tiefgreifende Erfahrung, da ihn das Abschlachten und Ausweiden von Tieren sexuell erregte. Kroll wurde mehrfach dabei ertappt, wie er in fremden Ställen Sodomie mit den Tieren trieb. Gutachter bescheinigten ihm verminderte Schuldfähgikeit aufgrund seines niedrigen IQ's. Bei der Polizei sagte er aus, er wollte "wissen, wie ein Mensch von innen aussieht und wie er schmeckt".